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Das spektakuläre Video

zu "Alles was ich will" gibt's hier 

Making Of - Videoclip „Alles was ich will“

Mit dem Erscheinen des aktuellen Albums PHOENIX gibt es auch ein neues Musikvideo. Für den Song „Alles was ich will“ hat man sich etwas Neues einfallen lassen: Matthias als Comic-Held, als Minnesänger. Wir haben mit Michael J. Müller (GF SamPlay GmbH) zur Entstehung der Videoclips gesprochen und er hat uns einen spannenden Einblick in diese Produktion gegeben.

REIMgeklickt: Kompliment zum neuen Clip. Er ist wirklich perfekt auf den Song abgestimmt.
Mike:
Danke, das freut mich sehr! Wir haben lange hin und her überlegt, weil wir zum Comeback von Matthias mal ganz was besonderes machen wollten.

REIMgeklickt: Wer kam auf die Idee mit dem Comic?
Mike: Wir wollten diesmal ein völlig untypisches Reim-Video. Aus diversen Gründen, u.a. auch um sein Comeback als Phoenix zu unterstreichen. Im Auftrag von Dieter Weidenfeld haben wir uns schon seit Weihnachten mit verschiedenen Konzeptansätzen und Ideen beschäftigt. Ich wollte sehr gerne mit Zeichentrick arbeiten, da ich diese Technik schon bei vielen anderen Projekten - z.B. Erklärfilmen oder Produktvideos - eingesetzt habe. Ich arbeite dazu schon länger mit einem genialen Kollegen aus Berlin zusammen namens Anjin Anhut.

Anjin hat den Part Illustrationen / Zeichentrick übernommen. Zusammen haben wir dann einige verrückte Ideen entwickelt. Zu der Zeit stand noch gar nicht fest, welcher Song überhaupt als Single ausgekoppelt werden würde. Wir gingen sehr lange von „Erlöse mich“ aus. Zusammen mit Dieter haben wir uns für eine Film Noir-Version entschieden, mit knackigen Kontrasten und reduzierten Farben.

Als Matthias dann bei der RCA seine finalen Songs präsentierte, hat sich „Alles was ich will“ überraschend als klarer Favorit herausgestellt. Uns war sofort klar, dass das düstere Film Noir-Konzept auf keinen Fall zu diesem fröhlichen Song passen würde. Eine neue Idee musste her. Anjin hatte dann den genialen Einfall, Matthias als Minnesänger in Szene zu setzen und von dann hat sich das Drehbuch fast von selber geschrieben.

REIMgeklickt: Wie läuft denn eigentlich so eine Produktion ab? Das ist sicher einiges komplexer, als ein normaler Videodreh, oder?
Mike:
Definitiv! Diese Methode erfordert sehr viel mehr Planung und Disziplin. Es begann wie immer mit der Idee, die als Storyboard gezeichnet wurde. Dabei haben wir bereits grob festgelegt, welche Szenen real und welche im Comic-Style sein werden. Zur visuellen Unterstützung haben wir ein grobes Konzeptvideo mit Skizzen und Dummyszenen produziert, um die Idee zu verkaufen und zu prüfen, ob das Konzept funktioniert. Als nächstes ging es mit Matthias ab ins Videostudio zu den Real-Aufnahmen.

Hier habe ich Matthias vor Greenscreen aufgenommen, die Farbe grün wurde dann im Computer durch anderes Material ersetzt. Nächster Schritt: Der sogenannte Rough Cut, bei dem wir die besten Realszenen von Matthias bestimmten. Dabei kombinierte ich in diesen Cut mit gezeichneten Standbildern aus dem Storyboard. So haben wir die Längen der Szenen festgelegt und konnten testen, ob der Schnitt funktioniert und die Story rüberkommt. Danach haben wir die Scribbles durch Illustrationen im fertigen Stil ausgetauscht und schliesslich folgte Schritt für Schritt die Animation der einzelnen Szenen. Während Anjin in Berlin animierte, habe ich die Greenscreen-Szenen angepasst und Matthias auch hier in die Comic-Welt verfrachtet. Letzter Schritt war die Farbkorrektur und Gestaltung des Looks.

REIMgeklickt: Wird da eigentlich wirklich gezeichnet oder ist das mittlerweile schon reine Computerarbeit?
Mike: Beides. Die Illustrationen wurden zunächst von Hand gezeichnet - aber nicht mehr auf Papier, sondern mittels Graphic Tablet direkt in Adobe Photoshop erstellt.

Von dort ging es in ein spezielles Animationsprogramm (Spine), die Figuren wurden in Einzelteile zerlegt mit einer Art Skelett versehen und animiert.

Diese Animationen wurden im nächsten Schritt in Adobe After Effects dann mit Hintergründen kombiniert und zusätzliche Animationen angelegt.

Diese aufbereiteten Dateien bekam ich dann von Anjin via Internet Stück für Stück angeliefert und baute diese in Adobe Premiere in den Schnitt ein.

Im letzten Schritt bekamen sie noch einen speziellen Effekt verpasst, damit jedes einzelne Bild ein wenig anders aussieht. Wir nannten das den Aha-Effekt (nach dem „Take On Me“-Video).

Du siehst, eine ausgeklügelte Kombination aus verschiedenen Techniken und Programmen, die wir schon in vorangegangenen Produktionen ausgetüftelt und optimiert haben.

REIMgeklickt: Wie lange dauert es, so ein Video fertig zu stellen?
Mike: Eine ganze Weile (lacht). Besondere Herausforderung war ausserdem, dass die Entscheidungsfindung für das Video sehr spät erfolgt ist und wir für die Fertigstellung des Videos eigentlich zu wenig Zeit hatten. Der Fixtermin war ja nun mal die Albumveröffentlichung am 15.04. und wir mussten ein paar Tage vorher abgeben, damit Sonys Kanäle rechtzeitig mit dem Material versorgt werden konnten.

Es war dann ein bisschen wie bei Star Trek: „Wie lange brauchst du für die Reparatur, Scotty?“ „20 Stunden, James.“ „Wir haben aber nur 5 Stunden.“ „Ok, ich mach´s in 4 Stunden.“

Letztendlich haben wir gute 4 Wochen gebraucht, in denen wir fast rund um die Uhr am Video gearbeitet haben. Für eine Produktion dieser Größenordnung und nur zwei Personen ist das verdammt schnell.

REIMgeklickt: Wie fand Matthias die Idee, als Comic im Video aufzutreten?
Mike: Er liebt sie! Am Anfang - wir sprechen von der ganz frühen Konzeptphase - konnte er sich noch nicht so richtig vorstellen, was wir meinten. Als er erste Scribbles gesehen hat, war er sofort Feuer und Flamme. Er findet, dies ist der beste Videoclip, den wir für ihn bisher produziert haben!

Wir sind sehr happy, dass es Matthias so gut gefällt und auch bei den Fans super ankommt. Mittlerweile wurde das Video schon über 200.000 mal angesehen und in verschiedenen Fernsehsendungen gezeigt. Ausserdem diente das Video als Grundlage für diverse Werbespots und Trailer für das neue Album PHOENIX.

Durch dieses Video ist es gelungen, auch neue Fans anzusprechen, die sich bisher nicht für Matthias Reim interessiert haben. Insofern hat sich der Einsatz gelohnt und wir sind auch selber ein klein wenig Stolz auf das Endprodukt :-)

Wir danken für das Gespräch! Weitere Infos auch unter SamPlay GmbH